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Wolftobel - Bewohner auf 4 Beinen

Pferde                                                                                                                                                                                              

Uncas

2002

Sulivan
1984


Isländer

Askur
2011

Freyja

2001

Katina

2005

Odin, Isländerwallach

1990

Gloni 2009 links

sein Sohn Gandalf 2013 rechts

Fenja
2013


Esel                         

Pipo

1987


Lotti, Partnerin von Pipo

1992



Cleopatra (2018), Emily (2009) und Josy (2007)

Bob 2016

Mary

Holly (2013)

Mauz



Geschichtliches über das Wolftobel

Der "Fallbach" durchfliesst das Wolftobel in östlicher Richtung; heute und...

Die Besiedlung des Voralpenraums passierte vom Bodenseeraum aus. Der irische Mönch Gallus begründete diese mit dem Bezug seiner Zelle zwischen Bodensee und Alpstein im sechsten Jahrhundert. Es ist heute kaum vorstellbar, wie  die Gegend damals ausgesehen hat; ein riesiger Urwald ohne begehbare Wege, nur auf Wildtierpfaden mühevoll zu erkunden. Wahrscheinlich folgte Gallus einem der zahlreichen Flussläufe, der ihn dann zu seinem Lagerplatz führte. Schon Gallus hatte natürlich Erlebnisse mit Wildtieren. Die Legende vom Bären, der ihm Feuerholz gebracht haben soll, oder ihn während seiner 40 – jährigen Einsiedelei mindestens nicht angefallen habe, ist mehrheitlich bekannt. Je weiter vom Bodensee weg und je hügeliger das Gelände wurde, umso später, mühsamer und gefahrenvoller muss sich der Mensch vorangearbeitet haben. So wurden im Laufe der folgenden Jahrhunderte Wildtiere und deren Namen eng mit den verschiedenen Orten im Appenzellerland verknüpft.

 

Die Rhode Hirschberg umfasste z.Bsp. die Fläche mehrerer, heutiger Gemeinden und zeugt von einem grossen Reichtum an Rotwild. Schon früh interessierten mich Herkunft und Bedeutung des Flurnamens „Wolftobel“. Der Ort an sich wäre ideal als Aufenthaltsort von Wölfen, wenn man sich einige Jahrhunderte zurückversetzt. Damals war das Tobel vollkommen eingerahmt von Wäldern. Eine sehr kleine Lichtung bot dem Rotwild Gelegenheit um zum Äsen den schützenden Wald zu verlassen. Ein ideales Jagdgebiet für die Wölfe! Der Fallbach durchfliesst das Tobel auf der Ostseite - mit einem Wasserfall beginnend - eng an schroffe Felswände anliegend. Das kupierte Waldgelände mit dichtem Unterholz und dunkler, für Menschen eher unheimlicher Atmosphäre bot den Jägern bestimmt viel Platz und ideale Voraussetzungen als Lebensraum und Jagdrevier. Von Menschen keine Spur! – Die Wölfe waren unter sich und uneingeschränkte Herrscher über diese Gegend.

..... vor ca. 200 Jahren.

Als die ersten Siedler vom Rheintal her das Vorderland entdeckten, musste ein solch dunkles Tobel, mit reissendem, ungestümen Fallbach und Wolfsgeheul  in der Nacht tatsächlich sehr unheimlich gewirkt haben. – Eine naheliegende Herkunftserklärung des Flurnamens. Aber war es wirklich so? – Ein herbeigezogener Fachmann meint, dass in Mittelalterlicher Zeit Flurnamen häufig auf Familiennamen der Besiedler zurückgehen. Falls dies stimmt, müsste eine Familie Wolf oder ähnlich im Wolftobel gewohnt haben. Da meine Kenntnisse der Besitzer nur bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts reichten, stellte ich Recherchen über Gebäude, Gegend und Eigentümer an:

 

Bis 1932 befanden sich im Wolftobel zwei Wohnhäuser. Beide waren ursprünglich als Getreidemühlen angelegt worden, aber bereits ab Anfang des 20.Jahrhunderts nicht mehr in Betrieb. In den Anfängen der 40er Jahren des letzen Jahrhunderts wurde das weiter östlich, dem Fallbach zugewandt gelegene Haus ein Raub der Flammen. Das grössere Wohnhaus mit Scheune, Stall und separatem Keller wurde zur Nebenerwerbslandwirtschaft  von meinem Grossvater genutzt. Bis 1926 wurde im Keller gewoben. Der frühere Besitzer, Stickereifabrikant Ferdinand Rohner, funktionierte ab 1906 das Haus als Stickereilokal mit zwei Mietwohnungen um. Diese Struktur bestand bis 1919.

Der "Fallbach" heisst nicht ohne Grund "Fallbach"

Vor 1906 war die Liegenschaft im Besitz der Oberegger „Schwestern Bürki“. 1851 erwarben sie im Wolftobel einen Stadel, Mühleräumlichkeiten, Wiesland mit mehreren Obstbäumen, Wald und eine separate Wiese im angrenzenden Geigershaus. Am ehesten kamen die Schwestern infolge einer Erbteilung in den Besitz des Wolftobels. Die ebenfalls erworbene Bäckerei war ziemlich sicher nicht mehr in Betrieb. Auf der Einwohnerkontrolle registriert war lediglich eine der Schwestern, nämlich Franziska Bürki. Ob jemals beide Besitzerinnen im Wolftobel gewohnt haben, ist ungewiss. Wahrscheinlich wohnte im benachbarten Geigershaus ein Bruder, nämlich Josef Anton Bürki. Bis 1870 führte der einzige Verbindungsweg von Reute weiter nach Schachen, Oberegg und Heiden direkt am Wolftobel vorbei. Durch diese wichtige Strasse war das Wolftobel auch sehr gut und vor allem direkt mit dem zu Oberegg gehörenden Geigershaus verbunden. Ausserdem bestimmte bis 1875 die Konfession des Besitzers die jeweilige Gemeindezugehörigkeit; die Schwestern Bürki waren katholisch, somit gehörte das Wolftobel damals zu Oberegg. Die wichtige Verbindungsstrasse verlieh dem Mühlestandort Wolftobel wesentliche Vorteile, vor allem bezüglich der Getreidezufuhr. Wie lange die Mühle in Betrieb war ist zwar nicht bekannt; bis etwa 1950 war aber der langsam verrottende Känel, welcher für die Wasserzufuhr vom Fallbach her verantwortlich gewesen sein wird, noch erkennbar.

Bereits bei der Quelle nahe des St.Antons fällt das Gewässer steil über die Felsen ab.

Ab 1790 waren beide Mühlen im Wolftobel (sowohl unser Wohnhaus als auch das 1940 abgebrannte Gebäude) im Besitz eines Johannes und Jakob Sonderegger. Zu Johannes Sonderegger sind im Patentregister der Gemeinde Oberegg aus dem Jahre 1801 folgende Einträge zu finden: „ Johannes Sonderegger/seine Profession malen (mahlen) und bachen (backen) und Schiltwirt zum Leüwen/Wolftobel“. Damals waren also Mühle, Bäckerei und eine Wirtschaft (Löwen) in Betrieb. Mehr noch; als „Schiltwirt“ musste Sonderegger auch eine Anzahl Gästezimmer zur Verfügung halten und konnte auch warme Mahlzeiten anbieten.

 

Wann unser Wohnhaus gebaut wurde ist nicht klar. Der Mühlestandort im Wolftobel ist aber schon recht früh belegt. Um 1660 wurde der Mühlenbetreiber im Wolftobel, Hans Eugster, zusammen mit vier anderen Müllern am Ricken- und Fallbach in einen  Wassernutzungsstreit mit anderen Grundbesitzern verwickelt. Es ging dabei um die Nutzungsrechte des Wassers zur Wässerung von Wiesen und Äckern.

 

Kurz nach der Fertigstellung der reformierten Kirche in Reute 1687/88 dürfte die Mühle im Wolftobel auch Grund für eine Auseinandersetzung zwischen Reformierten und Katholischen gewesen sein. Gleichzeitig mit dem Kirchenbau in Reute wurde unterhalb derselben, ebenfalls am Fallbach, eine Mühle gebaut. Die Katholischen beriefen sich auf die alten Landrechte und forderten deren Abbruch. Die bereits bestehende Mühle sollte vor der neuen Konkurrenz geschützt werden. Da die Verhandlungen der beiden Kantonsregierungen bis 1690 dauerten und nicht fruchteten, griffen die Oberegger dann zur Selbstjustiz: sie zerstörten kurzerhand die neue Mühle unterhalb der reformierten Kirche.

Eine Karte von 1870 zeigt die Verbindungsstrasse Reute-Schachen, die durch das Wolftobel führt.

Weiter zurückliegende Dokumente konnten bis jetzt leider nicht aufgefunden werden. Bezüglich der Namensgebung nehme ich jedoch stark an, dass Wölfe oder wenigstens ein Wolf in noch früherer Zeit dafür verantwortlich gewesen sein wird. Vielleicht handelt es sich auch um eine Legende über Wolfsvorkommen. Die besondere Lage des Wolftobels bietet ja auch heute noch Anlass für Spekulationen. Lassen wir der Phantasie also weiterhin freien Lauf...


Reute und Umgebung

Fallbach während des Hochwassers Juli 2014

Fallbach "gereinigt" nach dem Hochwasser 2014

Impressionen vom Fallbach im Sommer

Aussicht von der "Halegg" Richtung Bregenz an einem Spätsommertag 2011

Reute im Zwielicht

Winterstimmung Richtung Hof/Langen

Von der "Säge" aus

Vom "Gigershaus" gesehen

Sulzbach

"Wanne" im Spätherbst

Winterstimmung im "Najenriet"

"Najenriet" Richtung "Torfnest"

Wolftobel verschneit Februar 2013

Rohnen Richtung "Nord"